Börse Express Sondernummer · Web-Ausgabe
Investment & Wein am Donaukanal
Investment & Wine: Wissen trifft Genuss
Marktgeschehen, Bitcoin und Ethereum, Seltene Erden und strategische Metalle: drei Perspektiven für private Anleger – und ein Abend mit Wein und persönlichen Gesprächen.

Strandbar Herrmann · Investment & Wine
Wissen trifft Genuss am Donaukanal
Bei der Börse Express Endkundenveranstaltung „Investment & Wein am Donaukanal“ am 1. September 2026 standen drei aktuelle Themen im Mittelpunkt: ein Marktupdate, Kryptowährungen mit Fokus auf Bitcoin und Ethereum sowie Seltene Erden, Technologiemetalle und strategische Rohstoffe. Die Vorträge boten einen kompakten und verständlichen Überblick über unterschiedliche Bereiche der Geldanlage – mit der Einordnung für private Anleger im Vordergrund.
Im Anschluss ging der Abend in entspannter Atmosphäre weiter. Sechs Winzer luden zur Weinverkostung ein, begleitet von Brötchen und persönlichen Gesprächen direkt am Wiener Donaukanal. Diese Web-Ausgabe versammelt die drei Fachbeiträge und die Impressionen aus der Original-Sondernummer.
Beiträge: Börse Express Redaktion · Fotos: Bex Media / Curt Themessl · Web-Ausgabe vom 16. Oktober 2026
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Die Themen hinter den Märkten
Unter dem Titel „Goldener Herbst oder ein Mehr von Mist?“ ordnete Alexander Putz die Themen des damaligen Börsenumfelds ein: Geopolitik, Öl und Geldpolitik ebenso wie Künstliche Intelligenz, mögliche Mega-IPOs, die US-Midterms und Gold.

„Politik, Geldpolitik und Innovation prägen das aktuelle Marktumfeld.“
Das Zusammenspiel der Einflussfaktoren
Alexander Putz, Geschäftsführer der Alexander Putz Anlageberatungsgesellschaft mbH, näherte sich dem Börsenumfeld aus zwei Perspektiven: zunächst den großen globalen Themen, anschließend jenen Investmenttrends, die besonders viel Aufmerksamkeit auf sich zogen. Sein Vortrag verband Politik, Wirtschaft und technologische Entwicklungen zu einem Gesamtbild.
Geopolitik, Öl und US-Geldpolitik
Den Ausgangspunkt bildeten die internationalen Rahmenbedingungen. Geopolitische Spannungen, die Entwicklung am Ölmarkt und die US-Geldpolitik standen beispielhaft für Faktoren, die das Geschehen an den Finanzmärkten mitbestimmen. Putz betrachtete sie nicht isoliert: Politische Entscheidungen, Energiepreise und Notenbankpolitik sind eng miteinander verbunden. Das Marktumfeld lässt sich daher nicht auf einen einzelnen Einflussfaktor reduzieren.
Künstliche Intelligenz als wirtschaftliche Infrastruktur
Im zweiten Teil rückten die Investmentthemen in den Vordergrund. Einen besonderen Stellenwert nahm Künstliche Intelligenz ein. Putz beschrieb eine Entwicklung, die über einzelne Technologieunternehmen hinausgeht: die schnelle Weiterentwicklung der Systeme, ihre wirtschaftliche Bedeutung und ihre Anwendungen in Industrie, Gesundheit, Forschung, Mobilität, Bildung und Finanzwesen. KI wurde damit als zunehmend bedeutender Bestandteil wirtschaftlicher Infrastruktur eingeordnet.
Mögliche Mega-IPOs und die Geschäftsmodelle dahinter
Im Zusammenhang mit möglichen „Mega IPOs“ nannte die Präsentation Anthropic, OpenAI und SpaceX als Beispiele für große, innovationsgetriebene Unternehmen. Im Vordergrund standen ihre technologische Bedeutung, globale Reichweite und starke öffentliche Wahrnehmung. Die Nennung beschreibt die Themen des damaligen Vortrags und bestätigt keinen Börsengang. Für Anleger ging es vor allem um die Entwicklungen und Geschäftsmodelle hinter den Namen.
US-Midterms und Gold
Neben Technologie blieb Politik ein wesentlicher Teil der Betrachtung. Mit den US-Midterm-Wahlen 2026 griff Putz ein zentrales politisches Ereignis auf. Den Abschluss bildete Gold als klassisches Investmentthema, das zugleich an den Titel seines Vortrags anknüpfte. Moderne Technologietrends und traditionelle Anlageklassen standen so bewusst nebeneinander.
Orientierung für private Anleger
Statt den Kapitalmarkt auf eine einzelne Geschichte zu reduzieren, stellte Putz unterschiedliche Einflussfaktoren nebeneinander und ordnete sie in einen größeren Zusammenhang ein. Für private Anleger bot der Vortrag vor allem Orientierung in einem Umfeld, das gleichzeitig von Politik, Geldpolitik, Rohstoffen und technologischem Wandel geprägt war. Die Einordnung gibt den Stand des Vortrags vom 1. September 2026 wieder.
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Krypto verstehen statt spekulieren
„Bitcoin als neues Gold, Ethereum als neues Silber?“: Martin Steffel erläuterte die Unterschiede beider digitaler Assets und ihre mögliche Rolle im Portfolio. Im Mittelpunkt standen Aufklärung, technologische Grundlagen, Risiko und praktische Umsetzung.

„Wissen schafft Sicherheit im Umgang mit digitalen Assets.“
Bitcoin: Knappheit und digitaler Wertspeicher
Bitcoin und Ethereum werden häufig gemeinsam als Kryptowährungen bezeichnet, unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Funktion. Steffel stellte bei Bitcoin die mathematisch festgelegte Obergrenze von 21 Millionen Einheiten heraus. Diese Knappheit ist ein Grund für den Vergleich mit Gold und die Betrachtung als digitaler Wertspeicher. Hinzu kommen weltweite Übertragbarkeit, hohe Teilbarkeit und die Möglichkeit der Selbstverwahrung.
Ethereum: Infrastruktur für digitale Anwendungen
Bei Ethereum steht laut Vortrag weniger der reine Wertspeicher als eine digitale Infrastruktur für Anwendungen, Finanzverträge und Eigentumsrechte im Vordergrund. Auf dem Netzwerk können etwa Immobilien, Aktien oder Anleihen digital abgebildet beziehungsweise tokenisiert werden. Über Staking können laufende Erträge entstehen; dabei sind technische, steuerliche und Verwahrrisiken zu beachten.
Risiko gehört zum Verständnis
Einen wichtigen Teil des Vortrags nahm die Risikoseite ein. Kryptowährungen unterliegen erheblichen Wertschwankungen bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals. Emotionale Entscheidungen, FOMO und fehlende Regeln können das Verlustrisiko zusätzlich erhöhen. Eine in der Präsentation angeführte BIS-Studie ergab, dass 73 bis 81 Prozent der untersuchten privaten Krypto-Investoren anfänglich wahrscheinlich Geld verloren hatten. Diese historische, auf die untersuchte Gruppe bezogene Angabe ist keine Prognose für einzelne Anleger. Wegen der hohen Volatilität können bereits geringe Gewichtungen Risiko und Rendite eines Gesamtdepots beeinflussen.
Aufklärung und disziplinierte Umsetzung
Als MBA Financial Planner und Krypto-Experte legte Martin Steffel besonderen Wert auf Weiterbildung. Ziel war ein besseres Verständnis der Funktionsweise, Chancen und Risiken digitaler Assets sowie ein informierter, strukturierter Umgang mit Bitcoin und Ethereum. Der Bildungsansatz umfasste sichere Verwahrung, diszipliniertes Rebalancing und Fragen zu Steuern und Recht.
Verwahrung und Dokumentation
Hardware-Wallets, klare Regeln für Sparpläne und Gewinnmitnahmen sowie eine saubere Dokumentation von Transaktionen und Staking-Erträgen gehörten laut Steffel ebenso zur praktischen Umsetzung wie die Kursentwicklung. Die Sondernummer vermittelt hierzu einen Überblick aus dem Vortrag, keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung.
Nachhaltigkeit differenziert betrachten
Auch Nachhaltigkeit wurde angesprochen. Seit Ethereums Umstellung auf Proof-of-Stake sei der Energiebedarf des Netzwerks laut den in der Präsentation angeführten Untersuchungen stark gesunken. Soziale und Governance-Aspekte müssten jedoch gesondert betrachtet werden. Insgesamt verband der Vortrag Technologie, Risiko, Portfolioeinbindung und praktische Umsetzung – mit dem Verständnis digitaler Assets als Ausgangspunkt.
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Seltene Erden und strategische Metalle
Thomas Cimbal stellte die Bedeutung Seltener Erden und strategischer Metalle für Industrie, Energie, E-Mobilität und moderne Technologien vor. Dazu kamen geopolitische Abhängigkeiten und die Rolle physischer Sachwerte in einer breiteren Vermögensstruktur.

„Strategische Rohstoffe ergänzen den langfristigen Vermögensaufbau.“
Gold und die Doppelrolle von Silber
Thomas Cimbal spannte den Bogen von klassischen Edelmetallen bis zu Rohstoffen, ohne die viele Zukunftstechnologien nicht funktionieren würden. Gold wurde vor allem als physischer Sachwert betrachtet. Silber besitzt dagegen eine Doppelrolle als Anlage- und Verbrauchsmetall. Seine hohe elektrische und thermische Leitfähigkeit sowie Anwendungen in Medizin, Solartechnik und Industrie verbinden klassische Anlageeigenschaften mit industrieller Nutzung.
Rohstoffe für Zukunftstechnologien
Besonders deutlich werde die industrielle Bedeutung bei der Elektromobilität: Laut den in der Präsentation angeführten Angaben des Silver Institute komme in Hybrid- und Elektrofahrzeugen deutlich mehr Silber zum Einsatz als in klassischen Verbrennern. Technologiemetalle wie Indium, Hafnium, Rhenium, Antimon, Bismut und Tellur seien für E-Mobilität, erneuerbare Energien, Halbleiter, Luftfahrt, Wasserstofftechnologie und moderne Kommunikation relevant. Viele würden nur in begrenzten Mengen produziert oder kämen vor allem außerhalb Europas vor.
Geopolitische Abhängigkeiten
Bei Seltenen Erden beschrieb Cimbal eine stark konzentrierte globale Produktion und die zentrale Stellung Chinas. Der Vortrag verwies auf seit April 2025 verschärfte Exportkontrollen: Mehrere Seltene Erden, darunter Dysprosium und Terbium, könnten nur mit offiziellen Exportlizenzen ausgeführt werden. Diese Darstellung gibt den damaligen Vortragsstand wieder. Die genannten Materialien werden unter anderem für Magnete, Halbleiter oder LEDs benötigt.
Von Windkraft bis Kommunikation
Für private Anleger machte der Beitrag sichtbar, wie stark alltägliche Technologien von strategischen Metallen abhängen. Elektromotoren, Windkraftanlagen, medizinische Geräte, Festplatten und moderne Kommunikationstechnik kommen vielfach ohne Seltene Erden und spezielle Technologiemetalle nicht aus. Industrielle Nachfrage und Versorgungssicherheit gehören deshalb zur Einordnung dieser Rohstoffe.
Diversifikation braucht mehr als einen Preisvergleich
Cimbal verband die Rohstoffperspektive mit dem Gedanken der Diversifikation. Physische Edel- und Technologiemetalle wurden als eigener Baustein einer breiteren Vermögensstruktur betrachtet. Neben der Preisentwicklung seien Verfügbarkeit, Lagerung, Herkunft, industrielle Nachfrage und der persönliche Anlagehorizont entscheidend.
Qualität und spätere Veräußerbarkeit
Auch die spätere Veräußerbarkeit spielte eine Rolle. Die Präsentation verwies auf nachvollziehbare Herkunft, Originalverpackung, Zertifikate und industrielle Qualitätsstandards. So wurden Gold, Silber, Technologiemetalle und Seltene Erden im Zusammenhang langfristiger Vermögensplanung betrachtet. Die Darstellung des Ansatzes ist keine Kaufempfehlung; Nachfrage und strategische Bedeutung garantieren keine Wertsteigerung.
Strandbar Herrmann · 1. September 2026
Impressionen
Vorträge, Weinverkostung und persönliche Begegnungen – die Fotostrecke der Sondernummer mit Bildern aus der Eventgalerie.
Fotos: Bex Media / Curt Themessl
Alle Eventfotos ansehenMitwirkende und Partner
Die Partnerübersicht aus der Originalausgabe.



















