Börse Express Sondernummer · Web-Ausgabe
Finanz-Talk im Franziskanerkloster Graz
Dialog zwischen Finanzwelt und Werten
Weniger Administration, werteorientierte Investments und effizientere Depotüberträge: drei Perspektiven auf eine Finanzberatung, die Prozesse und Verantwortung zusammendenkt.

Finanzwelt trifft franziskanische Werte
Beratung zwischen Effizienz und Haltung
Im historischen Franziskanerkloster in Graz trafen FinanzAdmin, terrAssisi und die Plattform zu einem gemeinsamen Finanz-Talk zusammen. Die Vorträge reichten von der Organisation moderner Vermögensverwaltung über ethische Auswahlkriterien bis zur praktischen Abwicklung von Depotüberträgen.
Die Themen verband eine gemeinsame Frage: Wie lassen sich professionelle Prozesse so gestalten, dass mehr Raum für Beratung, langfristige Beziehungen und verantwortliche Entscheidungen entsteht? Der besondere Ort gab diesem Dialog einen passenden Rahmen.
Marketinganzeige · FinanzAdmin
Effizient beraten durch standardisierte Vermögensverwaltung
Reinhard Magg präsentierte ein Modell, das regulatorische Abläufe zentralisiert und Beraterinnen und Beratern mehr Zeit für die persönliche Kundenbetreuung geben soll.

„Weniger Administration bedeutet mehr Zeit für das Wesentliche – den Kunden.“
Der administrative Aufwand in der Finanzberatung wächst. Dokumentation, regulatorische Vorgaben und wiederkehrende Abstimmungen beanspruchen Zeit, die in der Betreuung von Kundinnen und Kunden fehlt. FinanzAdmin setzt deshalb auf eine standardisierte Vermögensverwaltung, die Beratung, Abwicklung und Kontrolle in einem einheitlichen Prozess zusammenführt.
Im vorgestellten Modell übernimmt die WealthKonzept AG die Rolle des Vermögensverwalters, während FinanzAdmin das Haftungsdach und die technische Infrastruktur bereitstellt. Der Berater bleibt die zentrale Ansprechperson und kann als Strategiegeber eigene Anlagekonzepte vorschlagen. Vor einer Umsetzung werden diese durch die WealthKonzept AG geprüft und anschließend zentral administriert.
Laut Präsentation ist ein Einstieg ab 5.000 Euro möglich; monatliche Sparpläne beginnen bei 50 Euro. Eingesetzt werden Fonds, ETFs und institutionelle Anteilsklassen. Die jährliche Vermögensverwaltungsgebühr wurde je nach Strategie mit 1,0 bis 2,0 Prozent zuzüglich Umsatzsteuer angegeben, die einmalige und rabattierbare Strategiegebühr mit 1 bis 3 Prozent. Hinzu kommt eine Depotgebühr der Schelhammer Capital Bank von 0,1 Prozent.
Bei Reallokationen können Änderungen zentral umgesetzt werden. Dadurch soll die Notwendigkeit entfallen, für jede Anpassung erneut den gesamten Beratungs- und Dokumentationsprozess zu durchlaufen. Auch die Vergütung folgt einer festen Struktur: Nach den Angaben des Vortrags verbleiben 25 Basispunkte der jährlichen Gebühr bei WealthKonzept, der übrige Anteil fließt an die beteiligten Beratungs- und Vermittlungspartner.
Standardisierung bedeutet in diesem Ansatz nicht, jede Strategie gleichzuschalten. Sie schafft einen gemeinsamen organisatorischen Rahmen, innerhalb dessen unterschiedliche Anlagekonzepte professionell umgesetzt werden können. Die genannten Konditionen und Abläufe stammen aus der Veranstaltung und sollten vor einer Entscheidung anhand der jeweils aktuellen Unterlagen geprüft werden.
Marketinganzeige · terrAssisi Investmentfonds
Sinnstiftend investieren mit terrAssisi
Marc Zoll zeigte, wie die terrAssisi-Fondsfamilie finanzielle Ziele mit sozialen, ökologischen und franziskanischen Grundsätzen verbindet.

„Kapital sollte immer dem Gemeinwohl dienen – das ist der Kern franziskanischen Investierens.“
Im Mittelpunkt von Marc Zolls Vortrag stand die Verbindung von Rendite und Verantwortung. Die 2009 eingeführten terrAssisi Investmentfonds wurden von der Missionszentrale der Franziskaner in Bonn initiiert und investieren nach festgelegten sozialen, ökologischen und Governance-Kriterien.
Ein Teil der Verwaltungsvergütung fließt regelmäßig an die Missionszentrale und unterstützt Bildungs-, Gesundheits- und Umweltprojekte in benachteiligten Regionen. Nach den Angaben des Vortrags mobilisiert die Missionszentrale jährlich rund 15 Millionen Euro an Spenden für ihre internationale Arbeit.
Der Auswahlprozess verbindet drei Partner: Die Missionszentrale gibt ethische Leitlinien vor, ISS ESG München übernimmt das Nachhaltigkeitsresearch und Ampega Investment GmbH das Fondsmanagement. Aus einem globalen Universum von rund 7.800 Titeln werden nach mehrstufiger Prüfung etwa 100 Unternehmen ausgewählt. Ausgeschlossen sind unter anderem Rüstung, fossile Brennstoffe, Glücksspiel, Tabak und Massentierhaltung.
Neben klassischen Finanzkennzahlen betrachtet das Konzept Umweltmanagement, Arbeitsbedingungen, gesellschaftliches Engagement und Unternehmensethik. Die Präsentation bezifferte die durchschnittliche Klimawirkung der investierten Unternehmen auf einen Erwärmungspfad von 1,5 Grad bis 2050, gegenüber 2,7 Grad im breiten Marktvergleich.
Als Portfoliobeispiele nannte Zoll Emissionsreduktionen bei Linde, Union Pacific und Waste Management sowie Dividendenrenditen zwischen 1,3 und 3,8 Prozent. Diese Werte sind Angaben aus der damaligen Präsentation, keine aktuelle Leistungszusage. Der Grundgedanke bleibt: Kapital soll nicht nur finanziellen Ertrag anstreben, sondern auch gesellschaftliche und ökologische Wirkung berücksichtigen.
Marketinganzeige · die Plattform
Depotübertrag als Wachstumschance
Markus Harrer rückte den Depotübertrag aus der administrativen Nische: Standardisierte Abläufe können Kundennutzen, Beratung und langfristige Geschäftsbeziehungen zugleich stärken.

„Der Depotübertrag ist nicht nur ein technischer Vorgang, sondern ein strategisches Instrument zur Kundenbindung.“
Depotüberträge werden häufig als rein technischer Vorgang betrachtet. Markus Harrer zeigte dagegen, wie ein planvoller Prozess und klare Kommunikation daraus einen relevanten Bestandteil der Kundenbetreuung machen können. Die Plattform bietet Beratern dafür ein integriertes, digitales Umfeld.
Zum Zeitpunkt des Vortrags verwaltete die Plattform nach eigenen Angaben mehr als 4,5 Milliarden Euro Depotvolumen, 350 Millionen Euro Kontovolumen und über 85.000 Investmentdepots. Zwischen 2024 und 2025 wurden Einlieferungen von insgesamt mehr als 233 Millionen Euro verzeichnet.
Harrer unterschied zwischen Eigen- und Fremdüberträgen sowie den damit verbundenen steuerlichen Folgen. Eigenüberträge innerhalb derselben Vermögenssphäre können steuerneutral bleiben, während Fremdüberträge unter bestimmten Umständen Kapitalertragsteuer auslösen können. Die konkrete Einordnung gehört in fachkundige steuerliche Beratung.
Ein Schwerpunkt lag auf der Prozessqualität. Rund 80 Prozent der Anrufe im Kundenservice würden laut Präsentation binnen 30 Sekunden beantwortet, Anträge noch am Tag ihres Eingangs bearbeitet. Ein vollständiger Depotübertrag benötige abhängig von Bank und Lagerstelle im Durchschnitt dennoch zwei bis vier Wochen.
Gezielte Aktionen brachten laut Vortrag 281 Überträge im Jahr 2024 und 238 im Jahr 2025. Harrers Fazit: Transparente Abläufe und realistische Zeitangaben schaffen Vertrauen. So kann der Übertrag nicht nur Vermögen bewegen, sondern auch die Beratungsbeziehung vertiefen.
Franziskanerkloster Graz · 16. Oktober 2025
Impressionen
Fachlicher Austausch, persönliche Gespräche und Einblicke in den besonderen Veranstaltungsort.
Fotos: Bex Media / Curt Themessl
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